„Amen und Aha!“ – Kirchenwissen von A bis Z
In der Kirche, der Gemeinde und im Gottesdienst begegnen einem immer wieder mal verschiedene Begrifflichkeiten und Personen, bei denen ich das ein oder andere Mal ins „schleudern“ gerate. Unter vielen Dingen kann ich mir was vorstellen. A wie Abendmahl, W wie Weihnachten… Bei „Vesper“ komme ich auch noch hinterher und ein „Parament“ hab ich schon mal gesehen und das „Hungertuch“ gefällt mir auch gut… Aber „Epiklese“? „Biblische Exegese“? Oder das „Ziborium“? Und was ist das oder der oder die „Narthex“? Und wer war eigentlich Benedikt von Nursia? Und hat Augustinus von Hippo etwa etwas mit…. Flusspferden zu tun (hat er übrigens nicht und ganz „koscher“ ist er mir auch nicht…)?!
Ich habe mir selbst die Aufgabe gestellt, den ein oder andern Begriff „laienhaft“ ein wenig zu beleuchten.
Und los geht es mit der ersten Runde. Viel Spaß beim Lesen.
A wie „Abendmahl“
Das Abendmahl, auch bekannt als „Eucharistie“, bildet eine zentrale Feier des christlichen Gottesdienstes. Sie soll der Erinnerung an das letzte Abendmahl von Jesus und seinen Jüngern dienen, welches nach der Überlieferung der Evangelien kurz vor der Kreuzigung stattfand.
Beim Abendmahl werden Brot und Wein/Traubensaft gereicht, wobei das Brot für den Leib und der Wein für das Blut Christi stehen. Im Gegensatz zum römisch-katholischen Glauben lehnte Luther die Lehre der „Wesenverwandlung“ (Transsubstantiation) des Weines und des Brotes ab. Brot bleibt Brot und Wein… ja, bleibt nun mal Wein, aber Christus ist im Abendmahl wirklich gegenwärtig!
Das Abendmahl soll die Gemeinschaft stärken, also die Gemeinschaft mit Gott und die unter den Gläubigen zueinander.
Vor dem Abendmahl finden ein Gebet und die sogenannten Einsetzungsworte statt.
Das Abendmahl ist ein Zeichen von Trost und Hoffnung sowie das Versprechen: „Dir sind Deine Sünden vergeben.“ Außerdem ist Jesus, wie oben erwähnt, wirklich gegenwärtig Teil der Gemeinschaft.
B wie „Bischof“
Der Bischof hat in der evangelischen Kirche eine leitende Position. Er leitet eine evangelisch-lutherische Landeskirche oder einen Kirchenbezirk. Er gilt nicht als „mehr heilig“ oder gar unfehlbar, denn als Mensch macht auch er Fehler und kann mal gründlich daneben liegen.
Er ist unter anderem Repräsentant der Kirche, übernimmt geistliche Leitungsfunktionen, ist an Entscheidungen wichtiger kirchlicher Themen beteiligt und ordiniert Pastorinnen und Pastoren.
Petrus gilt in der katholischen Kirche als der erste Bischof von Rom, woraus sich (einfach gesagt) auch das Papstamt unmittelbar von Petrus ableiten lässt. Bei uns in der evangelischen Kirche sehen wird das nicht ganz so. Petrus ist wohl eher ein hochgeachteter Apostel (auch ein spannendes Wort mit „A“!) und eine wichtige Führungsperson (mehr dazu vielleicht, wenn ich bei „P“ angekommen bin).
Historisch gesehen gilt „Ignatius von Antiochia“ (um 100 n. Chr.) als einer der ersten klar belegten Bischöfe.
C wie „christliche Tugenden“
Unter den sogenannten „christlichen Tugenden“ versteht man grundlegende Haltungen, die das Leben im Glauben an Jesus Christus prägen. Eine besondere Stellung nehmen dabei die drei göttlichen Tugenden ein: Glaube, Hoffnung, Liebe. Ihre biblische Grundlage findet sich im ersten Korintherbrief des Paulus (1. Korinther 13,13), wo es heißt: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“
Im Gegensatz zu den zehn Geboten handelt es sich nicht um konkrete Handlungsvorschriften, sondern es geht hier um eine innere Einstellung des Gläubigen.
Oft findet man diese Tugenden auch unter ihren lateinischen Bezeichnungen: fides (Glaube), caritas (Liebe) und spes (Hoffnung).
In der christlichen Ikonographie werden die Tugenden durch verschiedene Symbole dargestellt: der Glaube wird durch ein Kreuz (oder auch Kelch mit Hostie) dargestellt, die Liebe durch ein Herz (gelegentlich auch durch eine Frau mit Kindern) und die Hoffnung als Anker (oder einen Vogel mit einem Zweig).
Kombinationen aus Kreuz, Herz und Anker finden sich auch in der Seefahrt (z. B. als Tattoo oder Schmuck) und können dort für Schutz, Verbundenheit mit der Heimat und die Zuversicht auf Rückkehr stehen.
Neben diesen „göttlichen Tugenden“ gibt es z. B. noch die „vier Kardinaltugenden“, deren Wurzeln in die Antike zurückreichen: Klugheit (prudentia), Gerechtigkeit (justitia), Tapferkeit (fortitudo) und Mäßigung (temperantia).
Im nächsten Teil werde ich mich dem D wie „Doxologie“, E wie „Epiklese“ und F wie „Fürbitte“ widmen 😉